5 Tipps: digitale Folienpräsentation
Liebe
Schülerin, lieber Schüler,
die folgenden fünf Tipps sollen dir dabei helfen, eine digitale Folienpräsentation auszuarbeiten, die deinen Vortrag optimal zur Geltung bringt. Die Tipps habe ich mir nicht ausgedacht. Du findest sie so oder so ähnlich auch in offiziellen Handreichungen für Präsentationsprüfungen und anderen Publikationen zur Prüfungsvorbereitung. Die Tipps sind universell umsetzbar und beziehen sich nicht auf irgendeine spezielle Software.
1. Tipp: Nutze die 5x5- oder die 10-20-30-Regel.
Um den Textanteil auf deinen Folien zu reduzieren, solltest du eine der beiden Regeln anwenden.
Bei der 5x5-Regel sind auf einer Folie nur maximal 5 Textzeilen mit maximal 5 Wörtern/Angaben erlaubt. Das bedeutet praktisch, dass du mit Stichpunkten* arbeiten musst und keine ganzen Sätze auf deine Folien schreibst.
Die 10-20-30-Regel, die Guy Kawasaki populär gemacht hat, besagt, dass du für einen Vortrag von 20 Minuten Länge maximal 10 Folien benutzen darfst. Die Schriftgröße auf deinen Folien darf dabei nicht kleiner als 30 sein.
2. Tipp: Verwende eine Folienvorlage, die zu deinem Thema passt.
Die meisten Präsentationsprogramme enthalten eine Vielzahl von Folienvorlagen. Du solltest dir unbedingt Gedanken darüber machen, welches Farbschema und welche Symbolik zu deinem Thema passt. Wenn du in deinem Programm keine Vorlage findest, die dir gefällt, kannst du auch im Internet nach passenden Vorlagen suchen oder dir von einer KI helfen lassen.
Bei deiner Auswahl solltest du darauf achten, dass du eine kontrastreiche Vorlage verwendest, damit deine Stichpunkte gut lesbar sind. Benutze z. B. keine gelbe Schrift auf weißem Grund. Außerdem ist schwarze Schrift auf weißem Grund keine Folienvorlage, die zeigt, dass du dir Gedanken zur Gestaltung gemacht hast.
Wenn du gefragt wirst, warum du eine bestimmte Folienvorlage verwendet hast, solltest du den Zusammenhang mit dem Thema erklären können. Die Antwort: "Mir hat die Vorlage gut gefallen." zeigt nicht, dass du dir Gedanken zur Gestaltung gemacht hast.
3. Tipp: Beginne mit einem Teaser ("Aufreißer").
Jede gute Präsentation beginnt mit einem Teaser (auch "Aufreißer" genannt), der das Interesse des Publikums weckt. Ein Teaser kann etwas Aktuelles, etwas Irritierendes, etwas Unbekanntes oder auch etwas Schockierendes sein, das mit der Thematik deines Vortrags zu tun hat. Der Teaser ist sozusagen die Hinführung zu deinem Thema bzw. deiner Leitfrage, die du im Laufe deines Vortrags klären möchtest.
Nicht unter die Kategorie Teaser fällt übrigens folgender Satz: "Hallo, ich bin Max Mustermann. Willkommen zu meiner Präsentation über den Zweiten Weltkrieg.", gefolgt von: "Das ist meine Gliederung.".
Präsentationen, die so beginnen, erreichen häufig maximal nur die Bewertung "befriedigend" (Note 3 bzw. 08 Notenpunkte).
4. Tipp: Nutze deine Medien.
Digitale Folienpräsentationen erlauben es dir, eine Vielzahl digitaler Medien einzusetzen. Neben Fotos kannst du auch andere Bildmedien wie z. B. Schaubilder und Karten verwenden. Darüber hinaus kannst du Audios und Videos in deine Präsentation einbinden. Gib immer an, woher du die Medien hast (Nachweis der Fundstelle in der Beschriftung oder dem Medienverzeichnis).
Medien dürfen aber nicht nur Verzierung sein oder dazu dienen, den ungenutzten Platz auf der Folien auszufüllen, sondern müssen von dir auch genutzt werden. Orientiere dich dabei an den Operatoren, die du im Unterricht gelernt hast (beschreiben, erklären, beurteilen usw.).
Wenn du ein Medium nur zeigst, ohne es zu verwenden, wirst du sicherlich in der Fragerunde bzw. im Prüfungsgespräch danach gefragt werden. Sein spätestens dann darauf vorbereitet, das Medium zu verwenden, d. h. zu beschreiben, zu erklären und zu beurteilen.
5. Tipp: Verwende Animationen sinnvoll.
Präsentationsprogramme erlauben es, Animationen und Folienübergänge zu verwenden. Du kannst z. B. Stichpunkte und Medien erscheinen, einfliegen oder auf andere Weise einblenden lassen. Auch die Übergänge zur nächsten Folie deiner Präsentation kannst du vielfältig gestalten.
Achte dabei darauf, dass du diese Möglichkeiten sinnvoll nutzt, um z. B. deinen Vortrag zu gliedern. Du kannst Folien und beispielsweise auch Schaubilder nach und nach aufbauen und so den Zuschauern den Nachvollzug des Gesagten erleichtern, anstatt immer gleich alles sichtbar zu machen.
Wildes Rumgehüpfe von Textteilen oder anderen Medien lenkt dagegen meist nur ab und wirkt oft auch irritierend.
Maik Hager (Juli 2026)
* Stichpunkte bestehen nur aus Substantiven/Nomen, Adjektiven und Daten (z. B. Jahreszahlen, Größenangaben usw.). Verben sind nicht erlaubt!
Abbildung: Rolf war das Maskottchen der Werbekampagne der Bundespost zu der fünfstelligen Postleitzahlen 1993. Die Figur wurde 1991 von Ully Arndt erschaffen (siehe auch Thomas, Heimo: Die Geschichte der 5-stelligen Postleitzahl in Deutschland)
